Zahnfleisch bildet sich zurück: Symptome und Behandlung

Alexandra Petrikat

teethlovers Mitgründerin

Als Mitgründerin von teethlovers liegt Alex Fokus seit über 10 Jahren auf der natürlichen Zahn- und Mundpflege und der optimalen Unterstützung der (dentalen) Gesundheit. Dafür arbeitet sie mit ihrem umfassenden Netzwerk an Zahnärzt:innen der Biologischen Zahnmedizin, Dentalhygieniker:innen und vielen weiteren Expert:innen der Branche zusammen.

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Dein Zahnfleisch geht zurück?! Hilfe?! Viele Menschen sind beunruhigt, wenn sie einen Rückgang ihres Zahnfleischs feststellen.

Zurecht, denn im Gegensatz zu Zahnfleischbluten, das auch harmloser sein kann, ist ein sich zurückbildendes Zahnfleisch tatsächlich ein Indiz für ein ernstes Problem. Verliert das Zahnfleisch an Substanz, können Entzündungen oder Parodontitis die Ursache sein.

Zahnfleischrückgang: Was ist das eigentlich?

Entzündetes Zahnfleisch

Von einem Rückgang des Zahnfleischs spricht man, wenn sich das Zahnfleisch buchstäblich zurückzieht und der Zahnhals irgendwann freiliegt.

Irgendwann ist die Wurzeloberfläche eines Zahnes oder mehrerer Zähne sichtbar. Das kann unterschiedlich schnell und unterschiedlich ausgeprägt passieren.

Typische Symptome für Zahnfleischschwund

Woran du Zahnfleischrückgang erkennen kannst, ist ganz einfach. Die typischen Symptome für Zahnfleischschwund merkst du relativ schnell:

  • Höhere Empfindlichkeit: Der Zahn wird plötzlich empfindlicher und reagiert stärker auf Kälte, Säure oder Heißgetränke.
  • Vermehrtes Zahnfleischbluten: Dein Zahnfleisch blutet auffallend häufig beim Zähneputzen.
  • Rötungen und Schwellungen: Das Zahnfleisch ist auffällig gerötet und die Zahnfleischtaschen schwellen an.
  • Zahn länger: Beim Blick in den Spiegel kommt einem der Zahn irgendwie länger vor.
  • Zahnfleischrand: Wenn du mit dem Finger über den Zahn fährst, kannst du eine Kerbe zwischen Zahn und Fleisch spüren. Das ist der Zahnfleischrand.

7 Mögliche Ursachen für Zahnfleischrückgang

Die Ursachen für Zahnfleischschwund sind meist Entzündungen oder Erkrankungen. Jede Ursache dafür, dass das Zahnfleisch zurückgeht, sollte dabei ernst genommen und fachlich begleitet angegangen werden.

1. Zahnfleischrückgang durch Knirschen und Pressen

Parodontale Schäden werden durch Knirschen und Pressen begünstigt oder sogar hervorgerufen. Beides kann verschiedene Ursachen haben. Stressoren wie chronische Reize durch Entzündungen, Wurzelbehandlungen oder Metalle im Mundraum sollten bei der Ursachenfindung unter die Lupe genommen werden. Eine ungünstige Gebisssituation kann den Druck zusätzlich erhöhen.

Aber auch der bekannte Alltagsstress oder schwierige Lebensphasen sind eine recht weit verbreitete Ursache für Knirschen und damit Ursache für Zahnfleischrückgang.

Stress schwächt zudem die Immunabwehr und das Risiko für Mangelerscheinungen steigt. Das alles kann schwerwiegende Zahnfleischprobleme mit sich ziehen, die einen Rückgang des Zahnfleisches zur Folge haben können.

Die besten Tipps gegen entzündetes Zahnfleisch erhältst Du in diesem Beitrag.

2. Zahnfleischrückgang durch falsche Mundhygiene

Wenn man beim täglichen Zähneputzen zu fest und horizontal schrubbt, statt achtsam zu polieren, wird das Zahnfleisch irritiert oder sogar geschädigt. Eine Anpassung der Putz- bzw. Poliertechnik ist in vielen Fällen schon sehr hilfreich.

Mangelnde Zahnhygiene begünstigt ebenso Zahnfleischschwund wie zu hartes Putzen. Wenn wir die Ablagerungen auf unseren Zähnen nicht regelmäßig entfernen, bildet sich nach einiger Zeit Zahnstein. Im schlimmsten Fall kommt es zu Parodontitis, also dem Verlust des Gewebes, das die Zähne fest im Mund hält. Es droht der Verlust von Zähnen.

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3. Rauchen als Ursache für Zahnfleischrückgang

Das in den Zigaretten enthaltene Nikotin begünstigt den Rückgang von Zahnfleisch. Durch den Konsum von Zigaretten wird der Mund- und Rachenraum anfälliger für Entzündungen, die zu Zahnfleischbluten und -entzündungen führen können. Rauchen schwächt zudem das Immunsystem und macht es dem Körper damit schwerer, die entstehenden Entzündungen zu bekämpfen und erschwert den Heilungsprozess.

4. Zahnfleischrückgang während der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft kann es gelegentlich zu einem Rückgang des Zahnfleischs kommen. Durch die hormonelle Umstellung ist die Durchblutung stärker, was auch den Mundbereich betrifft. Dadurch wird das Zahnfleisch empfindlicher und anfälliger für Blutungen.

Durch die intensivierte Durchblutung können Mundschleimhaut und Zahnfleisch zudem aufgelockert werden. Das erleichtert es Bakterien, ins Zahnfleisch einzudringen und dort eine Entzündung zu verursachen, auch bekannt als Schwangerschaftsgingivitis

5. Zahnfleischrückgang aufgrund einer Zahnspange

Ein Zahnfleischschwund, der durch das Tragen einer Zahnspange verursacht wird, ist nicht selten. Die Zugkräfte der Spange, die die Zahnverschiebung bewirken sollen, wirken sich auch auf das Gewebe aus. In schlimmen Fällen rät der Zahnarzt oder die Zahnärztin zu einer Zahnfleischkorrektur. 

6. Altersbedingter Zahnfleischrückgang

Ein gewisser Zahnfleischrückgang im Alter ist völlig normal. Es besteht also kein Grund zur Besorgnis. Dieser Rückgang unterscheidet sich jedoch deutlich vom krankhaften Zahnfleischschwund. Wer sich nicht ganz sicher ist, ob der Rückgang noch normal ist, sollte sicherheitshalber zahnärztlichen Rat bei der regelmäßigen Prohpylaxe einholen. 

7. Zahnfleischrückgang durch Vitaminmangel

Unser Immunsystem braucht Vitamine. Das gilt auch für unsere Zahngesundheit. Dafür spielt insbesondere Vitamin C eine übergeordnete Rolle, da es in direktem Zusammenhang mit gesundem Zahnfleisch steht. Auch Vitamin A, D und E sind für unsere Mundflora wichtig. Besteht ein Mangel an einem der Vitamine, trocknen die Mundschleimhäute aus, was bakterielle Entzündungen und damit auch Zahnfleischschwund begünstigt. 

Bildet sich das Zahnfleisch wieder nach?

Leider nein. Ist Zahnfleisch erst einmal weg, dann ist es weg und bildet sich in den meisten Fällen nicht wieder nach.

Kleinere Verletzungen am Zahnfleisch können zum Glück komplett abheilen, wenn unterstützende Maßnahmen ergriffen werden. Wer allerdings mit starkem Zahnfleischschwund zu kämpfen hat, kann leider nicht darauf hoffen, dass sich das Zahnfleisch wieder neu bildet und freiliegende Zahnhälse wieder zuwachsen.

Hilfe mein Zahnfleisch bildet sich zurück: Was kann ich tun?

Wie aber lässt sich ein fortschreitender Zahnfleischrückgang stoppen? Was hilft wirklich gegen Zahnfleischrückgang? Bei ersten Symptomen können einfache Hausmittel das Zahnfleisch beruhigen und regenerieren und Entzündungen stoppen.

Ist der Zahnfleischrückgang bereits fortschreitender, ist eine zahnärztliche Behandlung und Begleitung unausweichlich – insbesondere vor dem Hintergrund, dass weitere Erkrankungen als Ursache ausgeschlossen werden sollten

Zahnpflege Routine

1. Kokosöl bei Zahnfleischrückgang

Wer sein Zahnfleisch mit einem einfachen Hausmittel stärken möchte, für den empfiehlt sich Kokosöl. Die darin enthaltene Laurinsäure wirkt entzündungshemmend und antibakteriell und kann einen Rückgang verhindern und möglicherweise stoppen.

Für nachhaltige Ergebnisse sollte man jeden Morgen mit Kokosöl “gezogen” haben.

Hierfür wird direkt nach dem Wachwerden die Zunge mit einem Zungenschaber gereinigt und anschließend ein Esslöffel Kokosöl in den Mundraum gegeben. Das Öl verflüssigt sich schnell und sollte für 2-10 Minuten aktiv durch den Mund gespült werden und auch durch die Zahnzwischenräume gezogen werden.

Anschließend das mittlerweile weiß-gelblich gewordene Öl im Hausmüll entsorgen (NICHT runterschlucken).

2. Schüssler Salze gegen Zahnfleischschwund

Beginnender Zahnfleischschwund, der mit einer Entzündung einher geht, kann laut einigen Naturheilkundler:innen mit Schüssler Salzen behandelt werden.

Hierfür wird das Schüssler Salz Nummer 5 – Kalium phosphoricum – von naturheilkundlichen Expert:innen als begleitendes Mittel in einer ganzheitlichen Behandlung empfohlen.

3. Das Zahnfleisch massieren

Von einer Zahnfleisch-Massage dürften viele noch nie gehört haben. Tatsächlich lässt sich damit aber das Zahnfleisch kräftigen und dem Schwund damit möglicherweise Einhalt gebieten. Die Massage fördert zudem die Durchblutung und Heilungsprozesse.

Massiere das Zahnfleisch dabei ganz vorsichtig mit einer weichen Zahnbürste oder mit einem sauberen Finger. Übe dabei nur sehr sanften Druck aus und achte darauf, kreisende Bewegungen zu machen. Dabei eignet sich eine Kombination mit etwas Kokosöl.

Wie kann ich Zahnfleischrückgang vorbeugen?

Die optimalste Situation ist natürlich, Zahnfleischrückgang gänzlich zu vermeiden und entsprechend vorzubeugen.

Essentiell dafür ist :

  1. Zwei Mal täglich gründlich die Zähne mit einem hochwertigen Zahnputzmittel und einer schonenden Poliertechnik putzen. So haben Plaque und Zahnstein weniger Chancen.
  2. Mehrmals die Woche die Zahnzwischenräume mit Zahnseide reinigen, um zu vermeiden, dass Speisereste dort Entzündungen begünstigen.
  3. Regelmäßige zahnärztliche Kontrolltermine und professionelle Zahnreinigungen in der Praxis- sie sind definitiv gründlicher als alles, was du zuhause schaffst.
  4. Verzichte auf Rauchen!
  5. Ernähre dich zahnfreundlich: Wenig oder kein Zucker, dafür frische, vitaminreiche und ausgewogene Kost. Mit einigen Stunden Abstand zwischen den Mahlzeiten.

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Zahnfleischrückgang behandeln lassen: Wie hoch sind die Kosten?

Zahnarzt Termin

Wenn der Zug nun einmal bereits abgefahren ist, bleibt die professionelle Behandlung als Maßnahme. Eine Behandlung bei Zahnfleischrückgang ist allerdings mit Kosten verbunden, die in manchen Fällen sogar selbst bezahlt werden müssen.

Für einen Zahnfleischaufbau muss man pro Zahn mit Kosten von 60 bis 150 Euro rechnen – je nachdem wie viele Zähne betroffen sind, kann sich das summieren.
Wird eine Parodontitis von der Zahnärztin oder dem Zahnarzt diagnostiziert, übernehmen die meisten Kassen die anfallenden Behandlungskosten und die notwendige Nachsorge.

Manche Kassen übernehmen je nach Diagnose jedoch nur einen Teil oder gar keine Kosten, deshalb sollte man sich im Vorfeld mit der Versicherung besprechen.

Fazit

Bevor es zum unwiderruflichen Rückgang des Zahnfleisches kommt, gibt es einige hilfreiche Schritte, die man selbst in die Hand nehmen kann. In den meisten Fällen können durch das Ergreifen früher Maßnahmen das Zahnfleisch gestärkt und Heilungsprozesse gefördert werden.

Vorbeugend sollte auf eine gesunde tägliche Mundhygiene, eine bewusste Ernährung sowie regelmäßige zahnärztliche Prophylaxetermine geachtet werden.

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